Tumoren: Behandlung


Tumoren: Behandlung
Tumoren: Behandlung
 
Einige bösartige Tumoren produzieren vermehrt bestimmte Eiweißstoffe (Tumormarker), die im Blut nachgewiesen werden können. Eine erhöhte Konzentration eines dieser Tumormarker kann deshalb auf einen Tumor hindeuten. Allerdings wird ein bösartiger Tumor nur selten durch eine Blutuntersuchung entdeckt, weshalb die Tumormarker vor allem eine Rolle bei der Beurteilung des Krankheitsverlaufs spielen. Tumoren stellen jedoch nicht nur Tumormarker, sondern auch andere Substanzen, z. B. Hormone, her, deren Ausschüttung zusätzliche Krankheitssymptome (paraneoplastisches Syndrom) hervorrufen. Das Vorliegen eines solchen paraneoplastischen Syndroms erleichtert in manchen Fällen die Diagnostik des Tumors, kann sie aber unter Umständen auch erschweren.
 
 Tumorbehandlung
 
Die Therapie schlechthin für die verschiedenen Krebsarten gibt es nicht - abhängig von Größe, Lage und Ausbreitung des Tumors wählt der Arzt die erfolgversprechendste Behandlung aus. Ziel der Krebstherapie ist es, - wenn möglich - den Tumor zu entfernen bzw. das Tumorwachstum zu stoppen oder abzubremsen und die Ausbreitung von Tumorzellen zu verhindern. Die chirurgische Entfernung des Tumors ist die Behandlung der Wahl, wenn der Tumor noch örtlich begrenzt ist, das heißt noch nicht ins angrenzende Gewebe (vor allem in Organe) eingewachsen ist und noch keine Metastasen gebildet hat. In der Regel wird nicht nur der Tumor, sondern aus Vorsichtsgründen auch das Gewebe um den Tumor weitläufig entfernt. Eine Sicherheit, dass die Operation alle Tumorzellen entfernt hat, gibt es jedoch nicht - schließlich besteht immer die Gefahr, dass sich abgelöste Tumorzellen in der Blutbahn oder den Lymphgefäßen befinden und sich an anderer Stelle des Körpers ansiedeln.
 
Die zweite Säule der Krebsbehandlung stellt die Strahlentherapie dar. Energiereiche Strahlung (z. B. leicht radioaktive Strahlung) wird auf den Tumor gerichtet, um die Tumorzellen zu zerstören und damit die Geschwulst zu vernichten oder wenigstens zu verkleinern. Eine Strahlentherapie ist oft nach der chirurgischen Tumorentfernung notwendig, um sicherzustellen, dass möglicherweise verbliebene Tumorzellen abgetötet werden. Ist eine Entfernung des Tumors nicht möglich, kann die Strahlentherapie bei manchen Krebsarten anstelle der Operation eingesetzt werden. Es gibt aber auch bösartige Tumoren, die auf die Bestrahlung nicht ansprechen.
 
Bei der Chemotherapie werden dem Patienten starke Medikamente (Zellgifte oder Zytostatika) verabreicht, die die Teilung der Tumorzellen verhindern oder stark verlangsamen und damit dazu beitragen, den Tumor zu vernichten, zu verkleinern oder seine Ausbreitung zu verhindern. Zytostatika entfalten ihre Wirkung vor allem auf Tumorzellen, da diese sich rascher vermehren als die meisten anderen Zellen des Körpers. Leider werden jedoch auch gesunde Zellen beschädigt, die sich ebenfalls häufig teilen. Dazu gehören z. B. die Haarwurzelzellen, weshalb die Chemotherapie als Nebenwirkung auch Haarausfall nach sich ziehen kann. Die Chemotherapie kann zusätzlich zur Tumorentfernung und zur Strahlentherapie, aber auch stattdessen durchgeführt werden.
 
Noch im Forschungsstadium befindet sich die Immuntherapie zur Behandlung bösartiger Geschwülste. Diese macht sich zunutze, dass es bestimmte Immunzellen - die T-Zellen - gibt, die in der Lage sind, Tumorzellen zu zerstören. Die Immuntherapie versucht nun, diese Immunzellen zu stärkerer Aktivität anzuregen, um Tumoren zu vernichten. Allerdings sind viel versprechende Forschungsergebnisse bislang nur an Zellkulturen im Labor erzielt worden. So erzeugten Wissenschaftler z. B. ein Hybridmolekül, das sowohl einen Antitumor-Antikörper, der Tumorzellen zu erkennen, für andere Immunzellen zu markieren, aber auch anzugreifen vermag, als auch ein Superantigen enthält (Antigene). Ein solches Superantigen ist in der Lage, viele T-Zellen an den Ort des Geschehens, also den Tumor, zu locken, in der Hoffnung, dass diese mit dem Superantigen auch die Tumorzellen vernichten. Auch die Hormontherapie spielt bei manchen Krebsarten eine Rolle, denn einige Hormone (z. B. Östrogen und Testosteron) beschleunigen das Wachstum bestimmter Tumoren, z. B. das des Prostatakarzinoms. In solchen Fällen kann durch Medikamente die Bildung der Hormone blockiert werden, um das Tumorwachstum zu verringern.
 
Schließlich gibt es noch alternative Therapien, deren Nutzen teilweise umstritten ist. Dazu zählt z. B. die Einnahme von naturheilkundlichen Arzneien (z. B. Mistelpräparate). Vor Durchführung einer solchen Therapie muss der Arzt befragt werden, denn manche dieser Behandlungen sind nicht problemlos. Spricht der Tumor auf keine der Therapien an, besteht das Ziel der Behandlung darin, den Patienten mithilfe der Schmerztherapie möglichst schmerzfrei zu halten und ihm ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen.
 
Siehe dazu auch: Immunsystem: Die unspezifische Abwehr

Universal-Lexikon. 2012.

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